Ric Flair jung
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Nature Boy: Die frühen Tage von Ric Flair
Ric Flair. Allein der Name beschwört Bilder einer extravaganten Robe, eines diamantenbesetzten Meisterschaftsgürtels und des unverkennbaren „Wooooo!“ herauf, das jahrzehntelang durch die Arenen hallte. Doch vor den Limousinenfahrten, der Meisterschaft und der „Nature Boy“-Persönlichkeit gab es einen jungen Richard Morgan Fliehr, der hungrig und entschlossen war, sich in der Welt des professionellen Wrestlings einen Namen zu machen.
Flair wurde 1949 in Minnesota geboren und seine Karriere begann weit weg vom grellen Licht des Wrestling-Rings. Er spielte in der Highschool Football und träumte davon, in die NFL zu kommen. Eine Knieverletzung machte diese Träume jedoch zunichte und zwang ihn, seinen Weg zu überdenken. In dieser Zeit der Ungewissheit entdeckte Flair das professionelle Wrestling.
Vom Amateur zur AWA: Der Schritt in den Ring
Inspiriert von Leuten wie Buddy Rogers und „Nature Boy“ Buddy Landell (dessen Persönlichkeit Flair später annehmen sollte), begann Flair 1971 unter der Anleitung von Verne Gagne in der American Wrestling Association (AWA) zu trainieren. Nur ein Jahr später debütierte er unter dem Namen „Ric Flair“, ein Name, der in den kommenden Jahrzehnten für Größe stand.
Diese frühen Jahre waren geprägt von harter Arbeit und einem unermüdlichen Streben nach Verbesserung. Flair war nicht der Größte oder Stärkste, aber sein Charisma und seine Athletik waren deutlich zu erkennen. Er verfeinerte seine Fähigkeiten im Ring und entwickelte einen geschmeidigen, technischen Stil, der innovative Submission-Holds einschloss. Und was noch wichtiger war: Flair begann, seine Showkünste zu kultivieren. Er lernte die Macht eines fesselnden Auftritts, eines gut gemachten Promos und einer unbestreitbaren Verbindung zu den Fans kennen.
Auf der Suche nach seinem Groove: Das Mid-South-Territorium
Flairs großer Durchbruch kam 1974, als er beim Mid-South Wrestling-Territorium unterschrieb. Unter der Leitung von Promoter Bill Watts, einem Visionär, der Wert auf Geschichtenerzählen und Action im Ring legte, blühte Flair wirklich auf. Er lieferte sich Fehden mit legendären Figuren wie „The Assassin“ Jody Hazard und „Superstar“ Billy Graham und verfeinerte so seine Schurkenpersönlichkeit.
In dieser Zeit nahm Flair auch den Spitznamen „Nature Boy“ an, eine Hommage an Buddy Landell, der er aber seine eigene Note verlieh. Der Spitzname beschrieb Flairs großspuriges Auftreten und seinen extravaganten Stil perfekt. Er genoss es, der Bösewicht zu sein, derjenige, der mit Gold übergossen in den Ring stolzierte und das Publikum mit seiner scharfen Zunge und Arroganz im Ring verhöhnte.
Ein Gespür für das Dramatische: Meisterschaftssiege und der Aufstieg von „Woo!“
Flairs erster Goldrausch kam 1975, als er die NWA Mid-Atlantic Television Championship gewann. Dieser Sieg markierte den Beginn einer glanzvollen Karriere, in der Meisterschaften zum Synonym für den „Nature Boy“ wurden. Er gewann die NWA United States Heavyweight Championship sechs Mal, was ein Rekord war, und jeder Sieg festigte seinen Ruf als Elite-Wettkämpfer weiter.
Es waren jedoch nicht nur die Siege, die Flair auszeichneten. Er besaß eine natürliche Ausstrahlung, die seine Kämpfe spannend machte. Er entwickelte einen charakteristischen Move – den „Figure-Four Leg Lock“ – der zu seiner verheerendsten Waffe wurde, die ihm unzählige Abklopfversuche einbrachte und seinem Arsenal im Ring eine dramatische Note verlieh.
Dann war da noch das „Wooooo!“. Dieser ikonische Ausruf sollte ihn zwar später definieren, seine Wurzeln reichen jedoch zurück bis in die Mid-South-Zeit. Flair benutzte ihn zunächst als Spott, als Mittel, um die Menge aufzuhetzen. Aber er fand beim Publikum Anklang und wurde zu einem Call-and-Response-Gespräch, einer einzigartigen Möglichkeit, eine Verbindung zu den Fans aufzubauen und seine Showmanier weiter zu verbessern.
Beyond the Ring: Ein Vermächtnis aufbauen
Flairs Einfluss beschränkte sich nicht auf den Ring. Er genoss den Promistatus, der mit seinem Erfolg einherging. Er wurde auch außerhalb des Wrestlings zu einer bekannten Persönlichkeit und trat in Talkshows und Zeitschriften auf. Er war ein Pionier bei der Vermischung von Wrestling und Popkultur, eine Strategie, die den Weg für zukünftige Generationen ebnen sollte.
Hinterlässt seine Spuren: Das Vermächtnis des jungen Ric Flair
Der junge Ric Flair war nicht nur ein talentierter Wrestler, er war ein Wegbereiter. Er definierte neu, was es bedeutet, ein professioneller Wrestler zu sein, indem er hervorragende Leistungen im Ring, fesselndes Geschichtenerzählen und eine unbestreitbare Verbindung zum Publikum betonte.
Sein Weg vom aufstrebenden Footballspieler zum Wrestling-Superstar ist ein Beweis für harte Arbeit und Hingabe. Er opferte seinen Körper, verfeinerte sein Handwerk und schuf ein Vermächtnis, das kommende Generationen von Wrestlern inspirieren sollte. Von der technischen Brillanz seiner frühen Kämpfe bis zur Geburt der „Nature Boy“-Persönlichkeit ist die Geschichte des jungen Ric Flair eine Geschichte der Innovation, des Charismas und der unerschütterlichen Leidenschaft für die Welt des professionellen Wrestlings.
